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Ein Torfestival zum 1500.
Geschrieben von: Dergán Ádám   
Freitag, 07. Oktober 2011 um 12:12


Dreimal ist des Ungarn recht und nachdem ich den Spielplan studiert habe, wählte ich im Herbst das Spiel gegen Augsburg. Da ich schon 3x die Gelegenheit hatte den BVB in der BuLi live zu sehen und noch keinen Sieg feiern durfte. (2008. März 7: BVB – Hertha 1:1, 2009. Sept. 26: BVB – s04 0:1, 2011. März 12: Hoffenheim – BVB 1:0).

Dann ist es doch auch verständlich, dass ich nun einen vermeintlich schwachen gegner mir rausgesucht habe um einen schwarz-gelben Sieg feiern zu können.
Ich sprach mit meinem Kumpel Gergö und auch er fand die Idee nicht schlecht.


Nun nahm ich den Kontakt zu Zlotyi auf um bei ihm Karten fürs Spiel zu bestellen. Seine Antwort war schon mal super. Wir können die 2 Dauerkarten haben und das Spiel auf der Südtribüne sehen. Ein Traum für jeden BVB-Fan, ein Spiel auf Süd zu sehen. Da das Speil am 8. Spieltag sein sollte , blieb uns jetzt nur warten, warten, warten ….

Natürlich verfolgten wir nun die Spiele unsres BVB und des Gegners. Unsere Jungs starteten sehr durchwachsen in die Saison und die Augsburger hatten es bis zum 7. Spieltag nicht geschafft zu gewinnen. Das wollen sie doch wohl nicht am 8. Spieltag tun???

Ein paar Tage vor Abfahrt erfuhr ich dann, dass dieses Spiel ein ganz besonderes sein würde. Das 1500. Bundesliga-Spiel des BVB. Das ist schon ne Hausnummer, wenn man bedenkt, dass das bisher nur Hamburg, Bremen, Bayern und Stuttgart geschafft haben.
Wenn man nun sieht, dass Augsburg erstmals in der höchsten Klasse spielt, braucht es nun nur noch der Dortmunder Jungs um diesen Tag wirklich zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Am 30. September in der Mittagspause traf ich mich mit Zlotyi und bekam von ihm die wichtigsten Instruktionen und die neuen Fanclub-Schals und –Pullis.
Nach der Arbeit schnell nach hause und packen. Meine Frau machte die üblichen Sandwiches und natürlich in gelben Servietten. Ich verabschiedete mich von meiner kleinen Familie und fuhr zu meinem Kumpel Gergö, der schon das Auto vollgetankt und die nötigen Vignetten besorgt hatte.

Kurz nach 21 Uhr fuhren wir dann los.

Wir wechselten uns beim Fahren ab und dank Kaffee, Energy und Cola wurden wir nicht müde. Da wir auch nicht rasten schafften wir die 1200 km mit einer Tankfüllung Diesel.
Gegen halb 12 kamen wir in Dortmund an und parkten in Stadionnähe am bekannten Platz.

Eigentlich wollten wir ja vorm Spiel ins Borusseum, aber aus Zeitmangel mussten wir das lassen. Für den Fanshop reichte es aber noch. Wir kauften so einiges z.B. BVB Socken für meine Tochter.
Halb 2 trafen wir am Fanshop Eingang auf Günter. Wir erkannten uns sofort, weil wir ja beide den Fanclub-Schal umhatten. Günter hatte ja die 2 Dauerkarten.
Günter nahm uns sofort bei der Hand und stellte uns seinen Freunden vor. Bevor wir uns versahen waren wir in einem Biergarten am Stadion, wo auch Günters Tochter Jenny zu uns stieß. Mir fiel da eine Suzuki Swift Reklame auf. Hab sie auch fotografiert

Um 2 machten wir uns dann auf den Weg ins Stadion.
Im Block angekommen stellten wir fest, dass ein Boot auf dem Rasen steht. Nun…die deutschen Ruderer hatten in Slowenien bei der WM Gold geholt und ließen sich gebührend von den Fans feiern. Nun guckten wir, wo wir die Fanclub Fahne aufhängen konnten. Mit Jennys Hilfe durften wir neben den Rasen und unsre Fahne hing am Zaun. Natürlich nutzten wir es und machten ein paar Fotos. Wir bedankten uns beim Ordner der uns sagte dass er vor 10 Jahren mal in Ungarn war.

Die Mannschaftsaufstellung hielt so einige Überraschungen bereit. Großkreutz, Kehl, Subotic draussen und dafür Perisic und Gündogan drin. Lucas war auch auf der Bank. Ich hoffte sehr, dass er noch reinkommt und auch die Fans skandierten Barrios,Barrios.

Ca. 20 min vor Spielbeginn waren noch freie Plätze zu sehen und ich dachte schon, dass es nicht ausverkauft sein würde. Aber das änderte sich schnell und auch mal Respekt an den Gästeanhang, der den Gästeblock ausfüllte. Vor 80720 Zuschauern konnte das Fußballfest also beginnen.

Vor Spielbeginn kommen die Fans mit den großen Fahnen, es erklingt das „You´ll never walk alone“ und die Mannschaftsaufstellungen. Ein Erlebnis mit Gänsehautfeeling, wenn mehrere 10 000 die Namen ihrer Spieler brüllen. Leider war einer in meiner Nähe schon etwas übermotiviert und sein Bier ergoß sich über meine Klamotten.
Egal…das Spiel geht los….

Schnell nahmen wir das „SÜD-Feeling“ auf und sangen die meisten Lieder lauthals mit, soweit es unsre Sprachkenntnisse das zuließen. Zum Glück sind die meisten Lieder einfach zu merken.
In der 30.min schoß Lewa nach einem Pass von Kuba uns in Führung. War etwas Glück dabei, aber egal, drin war er. Nun brach auf der Süd die Hölle aus. Erneut bekam ich Bier ab, wurde umarmt, und auch ich umarmte die in meiner Nähe stehenden. Jetzt habe ich es erstmals erleben dürfen, wie das ist, im Westfalenstadion auf der Süd ein Tor zu feiern.

Kurz vor der Pause schoß Lewa dann noch einen komfortablen Vorsprung heraus und keiner hatte Sorgen, dass wir das Spiel nicht gewinnen werden. In der Pause blieben wir besser drin, weil ich mir nicht sicher war, ob wir bei den Massen rechtzeitig zu Günter zurückfinden würden. Er war die ganze Zeit bei uns und hat sich auch prima mit uns unterhalten. Schön, wenn man eine solche Begleitung hat.

Die 2. Halbzeit begann mit einem 11-Meter Pfiff für den Gegner. Unter den Pfiffen und Gesten der 80 000 sollte Sanko schießen.Aber bei so einem Lärm muss man ja zitter und er verschoß (besser Weidenfeller parierte den Strafstoss). Ab jetzt spielte nur eine Mannschaft.

Der BVB spielte nun auf die Süd zu und es war nur eine Frage der Zeit, wann das Tor fallen würde. Als Barrios für Kuba eingewechselt wurde, dachte ich er würde das Ding machen, aber Götze dachte da anders. Seine gute Leistung des Spiels krönte er nun mit dem 3-0 (den Scorerpunkt bekommt Lewa.). Wir waren noch gar nicht fertig diesen Treffer zu feiern, da knallte es schon wieder und unser polnischer Freund schoß sein 3. Tor an diesem Tag.

Zusammengefasst haben wir also 2 Tore in der 1. Halbzeit geschossen, 2 in der 2. Halbzeit und einen Elfmeter gehalten. Für nen Meister ein gutes Ergebnis.
Mit einer Torflut feierte also der BVB sein 1500. BuLi-Spiel. Genau so ein Spiel hatte ich mir gewünscht und ich bin nicht mit Gergö umsonst so eine Strecke gefahren.
Auch Günter sagte, dass so was doch das Schönste ist und man dann diese Strecke gern auf sich nimmt.

Nach Schlusspfiff kam die Mannschaft zur Süd und feierte mit den Fans gemeinsam.
So langsam gingen die Leute und auch Günter und sein Freund verabschiedeten sich. Wir bleiben noch um ganz lange das zu erleben, was eben die SÜDTRIBÜNE ist.
Dann holten wir die Fanclubfahne und machten uns auf den Weg zum Auto.
Die Fahrt zum Jugendgästehaus Kolping war gut und überall sah man Menschen in gelben Trikots. Vom 3jährigen- 80jährigen. Ein Wahnsinn , wie hier eine ganze Stadt hinter dem Verein steht.

Im Kolping angekommen machten wir uns kurz frisch und dann gingen wir auch noch in die Stadt. Wahnsinn, was hier noch los war. Bierzelte, Biergärten, überall Fans und an fast jeder Ecke ein Fanshop.

Wir aßen noch unseren obligatorischen Döner und spülten ihn mit einem kalten Bier ab.

Dann wurde es aber zeit, dass wir uns ablegten, schließlich mussten wir den nächsten Tag wieder los.

Am nächsten Morgen saßen wir schon um 7 Uhr beim Frühstück und gegen ¾ 8 fuhren wir los. Wir kamen super durch und nur kurz vor Wien staute es sich etwas.

Gegen 22.30 Uhr kam ich zuhause an. Todmüde aber um ein Wahnsinnserlebnis reicher. Da störte es auch nicht, dass man wusste, dass am nächsten morgen 6 Uhr die Arbeit beginnt.

Die bilder der Tour findet ihr, wenn ihr hier klickt.