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Karpati Lviv-Borussia Dortmund und wir besuche
Geschrieben von: Lasztoméry András   
Dienstag, 21. September 2010 um 20:52


Nachdem wir in der Quali nun die Aserbaidschaner besiegt hatten, warteten wir am 27. August auf die Auslosung der Gruppenphase in Monaco.

Unsere Fanclubmitglieder saßen glaub ich alle vorm Fernseher und warteten auf unsere Gegner.
Natürlich hofften wir auf lösbare Aufgaben und natürlich auch Gegner, die für uns in der Nähe liegen, so dass wir eine Tour und ein erneutes Live-Spiel in Europa erleben dürfen.

Dortmund war im 3. Topf und schauen wir nun auf die Gegner.

Der FC Sevilla, der stärkste Gegner, der aber z.Zt. etwas schwächelt. Die PSG aus Frankreich zeigt grundsätzlich 2 Seiten. Mal bravourös, aber auch manchmal mehr als schlecht. Der vermeintlich leichteste Gegner in der Gruppe scheint Lviv aus der Ukraine zu sein. Man kann sie aber auch schlecht einschätzen, da die russische und ukrainische Liga nicht gerade verfolgt wird, obwohl sie eigentlich ziemlich stark besetzt ist.

Sofort nach der Auslosung begann ich mit Zlotyi die Tour zu planen. Lviv ist nur 600 km von Budapest entfernt und im Frühherbst ist es bestimmt eine schöne Tour. Wir suchten nun also nach potentiellen Mitfahrern, die uns gern begleiten wollen und das erste Spiel in der EL sehen wollen.

Eigentlich dachten wir, dass nicht viele mitwollten, aber erstaunlicherweise, meldeten sich immer mehr Leute, so dass mittlerweile 2 Autos nicht mehr reichen würden. Aber genauso schnell sagten auch einige wieder ab, da alles ziemlich unsicher war. Auch Fahrer fanden wir nicht wirklich, die sich zu dieser Tour bereit erklärten. So blieb Pokmalac der Gang ins Bürgerbüro erspart um einen neuen Paß zu beantragen.

Treff war also am 16. September. In der Woche vorher bekamen wir nun auch endlich die Zusage, dass wir von den 900 Tickets die bestellten 5 erhalten würden. Huszak Gabór, der gerade zum Spiel gegen Wolfsburg war, brachte uns unsere Tickets mit.

Es gab mehrere Möglichkeiten nach Lviv zu kommen. Fahren wir direkt in die Ukraine und durch die Karpaten, oder fahren wir um die Karpaten herum durch die Slowakei und Polen???

Wir entschieden uns dann für die erste Möglichkeit, weil uns auch Mohi einige gute Tipps für den Grenzübertritt gab.

Am Tag vor der Abfahrt tauschten Bazsi und ich noch ukrainisches Geld und nun kann es losgehen. Nun bekam ich den Abend vorher leider eine SMS von Zlotyi. Er musste leider absagen, da seine Frau krank wurde und mit 40° Fieber im Bett lag. Er musste nun zu Hause bleiben und sich um die Family kümmern.

Also machten wir uns nun zu 4 auf die Tour. Dzsodzso, seine Frau Eva, Bazsi und meine Wenigkeit.

Es dauerte etwas mit dem Berufsverkehr aus Budapest heraus zu kommen, und endlich ging es los Richtung Ukraine. In Varosnameny tankten wir noch und dann ging es Richtung Grenze. Die offiziellen Papiere haben wir auch schnell ausgefüllt, gut dass wir die Tips von Mohi hatten. Die ung. Grenzbeamten machten auch keine Probleme. Der ukrainische Grenzübertritt ist aber ne besondere Geschichte.

Zuerst stand da ein Soldat, der sich unser Kennzeichen aufschrieb. Nachdem er es durchgegeben hatte, streckte er die Hand aus. 100 Ft für die schnelle Bearbeitung. Langsam rollten wir weiter zur Passkontrolle. Die Dame da, machte gerade Mittag. Als sie wiederkam, kontrollierte sie die Pässe und weiter ging es zum Zoll. Für 200Ft gab es dann nur die Frage, ob wir was zu verzollen hätten. Nun, für die paar Forint hatten wir wenigstens in 20 min alles hinter uns gebracht.

Von der Grenze bis Munkács fuhren wir 40km auf einer Hoppelpiste. In der Stadt half ich dann Dzsodzso, der in einer Bank ukrainisches Geld tauschte. Wir fuhren aus der Stadt raus und machten da erstmal ne größere pause. Wir aßen ein paar Sandwiches und von Evi´s  leckerem Kuchen. Als wir weiterfuhren, öffnete Bazsi nun die Flasche Jäger und langsam tranken wir etwas davon.

Hinter Munkács wurde die Piste sehr gut. Da können sich die ung. Strassenbauer echt mal ne Scheibe abschneiden. Aber obwohl die Piste gut war, konnten wir nicht schneller als 60 km/h fahren, weil doch etwas viele LKWs unterwegs waren.

Ca. 18 Uhr Ortszeit erreichten wir Lviv und in der Innenstadt parkten wir neben einem Lebensmittelladen. Schnell deckten wir uns mit Bier, Wodka und etwas Schoki ein. Ich fragte eine Frau nach einem Restaurant. Nach 5 min hatten wir das Kaukasus restaurant erreicht. Ein typisches ukrainisches Lokal. Nach dem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, warteten wir….und warteten…..und warteten….

Nach einer Stunde bekamen wir auch endlich unser Essen mit Salat und Getränken.  Im Restaurant fragte ich die Leute (die Wodka so tranken, wie wir Wasser) und Lviv-Anhänger, wie man zum Stadion kommt und ob es sich lohnt mit dem Auto dahin zu fahren.

Einer der Liviv-Fans sagte noch zu Dzsodzso, dass Debrecen nicht gewinnen würde. Wir lächelten da etwas müde. Am nächsten Morgen als wir das Debrecen-Harkiv Ergebnis hörten, hatten wir aber dazu keinen Grund mehr.

Zurück zum Auto, die Stadionkluft an und langsam spazierten wir zum Stadion, dass wir nach 20 min erreichten. Am Stadion angekommen, waren da schon viele grün-weiße Fans zu sehen. Wir sprachen mit einigen und wurden eigentlich ziemlich freundlich empfangen.

Beim Einlaß ging es auch relativ nett zu. Obwohl da eigentlich schon sehr gedrängelt wurde und das Gesetz des Stärkeren zählte, machten sehr viele einheimische Fans Platz und ließen uns durch, aber dann direkt am Eingang musste man schon aufpassen, dass man am Zaun nicht zerdrückt wurde.

Als wir dann drin waren suchten wir nun den Gästeblock. Einige Fanatiker fingen nun das Provozieren an. Aber der Gästeblock war gut gesichert. Wir erklärten der Polizei, dass wir in den Gästeblock wollen und zeigten unsere Karten. Erst dann ließ man uns hinein.

Im Block waren schon ca. 700-800 junge schwarz-gelbe Fans die ihre Fahnen schwenkten und sich singend aufs Spiel einstimmten.

Das Stadion war nun voll und die fast 30 000 heimischen Fans machten sich nun sehr lautstark bemerkbar.

Das Spiel ging auch gut los und es gab Chancen auf beiden Seiten. In der 12. min drang Barrios in den Strafraum ein und ein Verteidiger holte ihn von den Beinen. Den Elfmeter verwandelte Sahin sicher und es steht 0-1! Es ging weiter und ein ums andere mal stürmten unsere Jungs aufs Tor. Mitte der ersten Halbzeit gab es dann eine wunderbare Götze-Barrios-Götze Aktion, und Götze schob dann aus 10 Metern ein. 0-2…

Nun hatte auch Barrios noch ne Chance, aber er traf nicht genau und vergab diese Chance. Wir waren mehr als zufrieden mit dem Spiel unserer Jungs und waren uns eigentlich sicher, dass hier nichts mehr anbrennt.

Aber da hatten wir uns getäuscht. Das Drama begann in der 43. min als unsere Verteidiger Hummels und Subotic einen Fehler machten und auch Weide nichts mehr machen konnte. 1-2 noch vor der Pause und nun explodierte das Stadion.

Nach der Pause drückte nun Lviv ein ums andere Mal und in der 51. min ließ sich Hummels übertölpeln und der gegnerische Stürmer schob an dem herausstürzenden Weidenfeller  ein. 2-2 Ausgleich. Wenn bisher die Stimmung schon wahnsinnig war, dann war jetzt richtig was los. Man merkte, dass hier richtig was in der Luft lag.

Beide Teams kämpften nun mit offenem Visier. Ein Sahin Freistoß knallt an den Pfosten und nach einem weitern Lattentreffer nutzen nun die Gegner den Abschlag des Torwarts um uns auszukontern. Nach einem blitzsauberen Konter steht es nun 3-2 für Lviv.

Nun war die Stimmung im Stadion wirklich am Kochen. Die drehten nun richtig ab, als hätten sie Berlin ein 2.Mal gestürmt….

Ein sicherer Sieg glitt uns nun weg.

Aber unsere Jungs gaben nicht auf und in der 87. min legte der eingewechselte Lewandowski auf Barrios auf und der argentinische Paraguayer knallte das Leder unhaltbar rein. 3-3. Nun waren wir etwas beruhigt. Wir würden nicht verlieren und waren somit nicht umsonst gekommen. Aber es war noch nicht Schluß, weil der Schiri 3min nachspielen ließ. Die Ukrainer wechseln noch mal und Dortmund schießt ein Tor.

Ein erneuter Sturm aufs Tor der Ukrainer über Kuba und Barrios, der nun den 18jährigen Götze bedient und der schiebt wie ein Alter aus 8 Metern ein.
Schlagartig waren die 30 000 nun ruhig , nur die 900 Borussen waren den Sieg am feiern.

Nach Abpfiff kam die Mannschaft in unsere Kurve um zu feiern und dazu hatten sie nach diesem Spiel auch allen Grund.

Wir 4 Ungarn, eigentlich 7 Ungarn, weil wir im Gästeblock noch 3 Budapester trafen, waren um ein einmaliges Erlebnis reicher.
Zlotyi und die anderen werden sich ärgern, dass sie nicht mitkamen zu einem Spiel, was leicht begann, zum Drama wurde und ein Happy End nahm.

Nach dem Spiel durften wir Gästefans noch eine Stunde im Block warten, bis die Heimfans das Stadion verlassen hatten.

Wir schlenderten dann zum Auto zurück und gegen 1 Uhr fuhren wir Richtung Heimat.

In den Karpaten mussten wir ziemlich vorsichtig fahren, da es ziemlich neblig war. Vor der Grenze tankten wir noch und an der Grenze nutzten wir unser Wissen und mit demselben Modus wie am Vortag kamen wir über die Grenze.
Ruhig und sicher fuhren wir weiter und am Vormittag erreichten wir Budapest.

Das war nun mein drittes UEFA-Cup bzw. Europa-Liga Spiel und der dritte Sieg, (Austria Wien-BVB 1-2, Udinese-BVB 0-2, Karpati Lviv-BVB 3-4) aber dieses Spiel stellte nunalles in den Schatten was Stimmung und Spiel betrifft.

Zlotyi und Sádzsi die ihr die Tour absagen musstet, ihr habt wirklich was verpasst, aber wie ich im Forum lesen konnte, habt ihr auch jede Minute mitgezittert und habt etwas von der Stimmung empfangen…..

HEJA BVB!