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Endlich war der Tag auf den ich seit November gewartet habe, bzw. wir gewartet haben. Auswärtsspiel in Berlin!
Da ich noch nie ein Auswärtsspiel besucht habe, war ich also der Debütant in dieser Gruppe, was Auswärtsspiele angeht.
Auch interessierte mich Berlin, als Stadt und ihre Geschichte. Natürlich reichen da nicht nur 90 min mit einer Stadtrundfahrt.
Ein Wochenende reicht nicht aus um alles in der Stadt zu sehen, besonders, wenn man die Schlange vorm Reichstag sah, die das ganze WE nicht kleiner wurde. Dafür war aber zuwenig Zeit um sich stundenlang in irgendwelche Schlangen zu stellen.
Freitags morgens war ich schon viel früher als 8Uhr am Ferihegy und da
Dirk,Laszti und Tapio mit Freundin später kamen, trank ich schon mal 1-2
Bier. So verging die Wartezeit zügig. Als die Truppe dann zusammen war,
die einen früher-die anderen was später , checkten wir schnell ein,
tranken noch gemütlich ein Bier und schon ging es ab in den Flieger.
Vor der Landung bekam ich dann noch meine üblichen Ohrenschmerzen. Nachdem ich meinen Koffer hatte, begann auch noch meine Nase zu bluten. Das ganze Feng-Shui Training bringt ja mal gar nichts.
Mit dem ÖPNV und vielen Treppen, die uns das ganze WE begleiten sollten,ging es nun Richtung Hotel um die Koffer abzugeben. Tapio und Freundin trennten sich auf halber Strecke von uns, da sie bei einem Freund in Berlin schliefen.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben und die Koffer abstellten, zogen wir zum Brandenburger Tor, wo wir auch wieder auf Tapio und Freundin trafen.
Nun begannen wir also die Stadt zu besichtigen. Zwischen Brandenburger Tor und Reichstag aßen wir auch eine Wurst, weil wir seit morgens nichts gegessen hatten. Nun sahen wir den aufgezeichneten verlauf der Berliner Mauer. Neben dem „Wurststand“ waren an einem Zaun auch einige Kreuze aufgehangen, die an die erinnern sollten, die ihre Flucht mit dem Leben bezahlt haben.
Dirk , der ja schon paar Winter älte r ist als wir, und mehr mit der deutschen Geschichte vertraut ist als wir, erklärte uns zu den meisten Gebäuden und denkmälern, was man dazu wissen muss und ihre Bedeutung. Mit einem Wort-unser Reiseführer.
Vorm Reichstag zwischen den ganzen Touristen und den Denkmälern, nutzen wir die große Rasenfläche um etwas zu verschnaufen und legten uns da etwas in die Sonne und beobachteten das Treiben.
Danach schlenderten wir die Strasse „Unter den Linden“lang, vorbei am Berliner Dom Richtung Fernsehturm. Der ist natürlich ein absolutes MUSS wenn man in Berlin ist. Um raufzufahren, mussten wir aber eine Stunde warten. So blieb wenigstens etwas Zeit um schnell was zu essen.
Als es dunkel war , sahen wir nun Berlin aus 203 m Höhe in seiner vollen beleuchteten Pracht. Danach schauten wir uns auch die Weltzeituhr an und dann machten wir uns auf den Weg zum Hotel. Diesmal verzichteten wir auf den ÖPNV und spazierten das „kleine“ Stück.
Das Ende dieses doch sehr anstrengenden Tages wollten wir in einer Kneipe bei 1-2 Bier besiegeln und fanden auch eine kleine sympathische Kneipe. Zurück im Hotel wollten wir natürlich auch da noch schnell probieren, wie an der Hotelbar das Gezapfte schmeckt. Morgens (ich denke es war so 2-3Uhr) fielen wir dann in die Betten.
Der nächste Tag-Spieltag und der vom Wetterbericht vorhergesagte Regen war natürlich auch schon da. Nach dem Frühstück ruhten wir etwas um dann gegen 11 Uhr zum Brandenburger Tor zu gehen, weil wir da auf Tapio treffen sollten. Gott sei Dank hatte der regen ebenfalls wie versprochen aufgehört. Am Tor waren auch schon 1-2 Fanclubs aus Dortmund, die schon etwas vorfeierten und Stimmung machten.
Von da aus machten wir uns auf Richtung Hauptbahnhof, weil Dirks Freunde aus Riesa da ankommen sollten. Vorbei am reichstag, an dem immer noch eine Riesenschlange stand.
Vom Hbf aus lotste uns Laszti, der uns das ganze WE durch das ÖPNV-Netz schleuste, Richtung Olympiastadion. In der S-Bahn waren beide Fangruppen gemischt, aber friedlich unterwegs.
Nach dem Aussteigen und ein paar Meter weg, machte es richtig Sinn, sich mal umzusehen und die Massen zu beobachten. Wir gingen zum Gästeeingang und Dirk suchte schnell den Jens, der unsere Karten aus Dortmund mitgebracht hatte.

Nun bekam Dirk einen Anruf von seinem Klassenkameraden, für die er auch die Karten hatt, dass sie erst 15 Uhr am Stadion ankommen würden. Man konnte ihm ansehen, dass er ziemlich sauer war darüber. Laszti, Tapio und ich gingen schon rein, damit wir unsere Fanclubfahne aufhängen können. Unser Karten waren zwar für G2, wir blieben aber gleich in G4, weil da nun unsere Fahne hing, die der Ordner da aufgehangen hatte. Das Bier war mehr als gewöhnungsbedürftig, da sie da alkoholfrei bzw. Bier Light ausschenken.
Das Spiel war alles andere als schön und wir fluchten ein ums andere Mal. So viele Fehler und ich behaupte, dass wir bis dato die schlechteste Leistung unseres Teams in dieser Saison sahen. Das übertrug sich auch auf die Fans, die trotzdem ihr Team anfeuerten.
In der Pause gingen wir dann rüber in G2 zu Dirk. Klopp wechselte wenigstens in der Pause unseren Tamás für Zidan ein, der auch ein Drittel (wenn überhaupt) seines Könnens zeigte.
Ab der 70. min wurde es wenigstens mal langsam ein Fußballspiel mit mehreren Torchancen. In der 80.min fror aber dem gesamten Dortmunder Anhang das Gesicht ein, als Gekas nach einem Wahnsinnsfehler unserer Verteidigung ins Tor köpfte. Die Hertha Fans jubelten. Aber nicht lange, da Schiri Wagner nicht anerkannte wegen Abseits.
Nun waren es unsere Fans die jubelten. (die schönste Freude ist halt wirklich die Schadenfreude). Leider blieb es beim 0-0 , obwohl ich gern in diesem Fanpulk einen Torjubel miterlebt hätte mit allem Drum und Dran.
Nach dem Spiel musste Dirk noch was mit Jens besprechen und dann ging es ab zu Fuß zur S-Bahn. Mit dem ÖPNV ging es auch über verflucht viele Treppen zurück ins Hotel, wo wir gegen 19.30 Uhr ankamen. Aber wir waren schon zu spät, weil ein bekannter von Dirk schon seit geraumer Zeit am Alex wartete. Wir fanden ein Restaurant, was drin voll war, aber draussen saßen wir dann bei „gutem Wetter“! Beim Abendbrot froren wir nun auch noch, aber das war bestimmt auch die Müdigkeit.
Zurück im Hotel tranken wir noch paar Bier, bevor ich am frühen Sonntag morgen ins Bett fiel. Aber nicht, ohne noch vorher noch die Uhr um eine Stunde vorzustellen von 2 auf 3. Sommerzeit.
Am nächsten Morgen frühstückten wir um 8.30Uhr und ruhten uns bei der BuLi-Zusammenfassung im Zimmer aus. Wir warteten auf Tapio der an diesem Tag zu uns ins Hotel ziehen sollte. Gegen Mittag zogen wir dann los Richtung Checkpoint Charlie. An diesem Tag war in Berlin Halbmarathon und wir mussten uns durch die Leute kämpfen.

Das Museum Checkpoint Charlie war für mich ein besonderes Erlebnis. Dirk konnte auch zu den ausgestellten Sachen noch sehr viel berichten und erzählen über die diversen Fluchten, da er ja ein „ostdeutscher“ Junge ist.
Dann zogen wir zu dem etwas ausserhalb liegenden Schloß Charlottenburg, was wieder mit gößerem Spaziergang verbunden war. Wir scheuten uns etwas um, machten paar Fotos und setzten uns auf ein Bierchen in ein Lokal. Mit Bus und einem weiteren Spaziergang ging es nun zur Siegessäule, was ein weiteres Wahrzeichen dieser Stadt ist. Während dem Spaziergang sangen wir paar Dortmund Lieder, weil wir ja am tag vorher nicht genug gesungen hatten.
Nun fuhren wir mit so einem Doppeldeckerbus zum Alexanderplatz um im selben Lokal wie am Vorabend zu essen. Diesmal fanden wir sogar drin einen Platz. Das Essen und das Bier schmeckten genauso hervorragend wie am Vorabend. Nun gingen wir langsam ins Hotel zurück. An der bar tranken wir noch was und redeten. Aber dieser tag hatte mich richtig geschafft.
Montag morgen standen wir richtig geschafft auf. Diese drei Tage hatten es doch in sich. Frühstück, Koffer packen , sich vom Hotelpersonal verabschieden und auf ging es mit ÖPNV zum Flughafen. Am Flughafen bekamen wir dann die schlechte Mitteilung, dass das gesamte PC-netz zusammengebrochen war und man nur einen Manuellen Check-In machen könne.
Persönlich war ich darüber nicht traurig, weil ich so für den Koffer nicht bezahlen musste. Unser Flieger war auch nicht gerade pünktlich und wir starteten erst mit 30 min Verspätung.
Nach der Landung verabschiedete ich mich von der Truppe um mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren. Von da ging es dann weiter nach Balatonfüred, wo ich gegen 21.30Uhr ankam.
Zum Schluß kann ich sagen, dass ich mit einer tollen Truppe unterwegs war und wir hatten richtig Spaß an diesem WE. Das Spielwar zwar nicht berauschend, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch und mit vielen Erlebnissen und Eindrücken bin ich zurück, nach diesen paar Tagen. |